Sind Achtsamkeitsübungen im Kindesalter sinnvoll?

Für Kinder kann der Alltag oft sehr stressig sein durch Notendruck in der Schule, Leistungsdruck im Sport oder individueller Druck, der sich innerhalb des Freundeskreises entwickeln kann. Durch Stress können sich Aggressionen anstauen, die unter anderem in der Schule herauskommen können. Auch Kinder im Volksschulalter können in schwierigen Phasen Stress erleben. Achtsamkeitsübungen können hilfreich sein, mit Stress besser umgehen zu können. Außerdem steigern diese Übungen durch Entspannung und Achtsamkeit die Aufnahmefähigkeit des Gehirns und helfen so auch in der Schule. Aber welche Art von Übungen sind damit gemeint? Wie helfen diese meinem Kind?

 

Warum sollte mein Kind Achtsamkeitsübungen erlernen?  

Es ist heute wichtiger denn je, einem Kind beizubringen, wie es für seine seelische Gesundheit sorgen kann. Hektik, Stress, hoher Leistungsdruck und ein immer schnelleres Lebenstempo lauern überall. Achtsamkeitsübungen können ihm helfen, stark zu sein. Die bewusste Auseinandersetzung mit Ereignissen und Vorgängen, mit starken Gefühlen oder schwierigen Situationen hilft dabei, schwere Zeiten besser zu bewältigen. Diese Fähigkeit der Achtsamkeit können auch Kinder schon früh lernen und so ihre emotionale Kompetenz stärken. Emotionale Kompetenz – darunter versteht man den bewussten, achtsamen Umgang mit sich und anderen.

 

In welchem Alter entwickeln Kinder eine emotionale Kompetenz?

Die eigenen Gefühle verstehen, sie anderen erklären, Strategien entwickeln, wie negative Emotionen überwunden werden können, sich in andere hineinversetzen können und deren Gefühlslage richtig deuten: all das müssen Kinder erst lernen. Ab dem dritten Lebensjahr kann ein Kind zwischen emotionalen Erlebnissen und dem emotionalen Ausdruck unterscheiden. Dadurch ist es in der Lage, seinen Gesichtsausdruck zu manipulieren, um bestimmte Reaktionen bei anderen hervorzurufen. Kindergartenkinder machen viele neue Erfahrungen im Hinblick auf eigene und fremde Gefühle, welche sie häufig noch als widersprüchlich und verwirrend erleben. Die Empathiefähigkeit ist bei Kindergartenkindern schon gut ausgeprägt und hilft ihnen, Freundschaften zu schließen. Sie können nun zwischen eigenen und fremden Gefühlen unterscheiden. Schulkinder verfügen über einen komplexen Emotionsausdruck und wissen, wie und wann sie Emotionen äußern dürfen und sollen. Wenn sie richtig gefördert wurden und entsprechende Vorbilder hatten, können Kinder im Volksschulalter feste Freundschaften schließen und pflegen, sich in andere hineinversetzen, Kompromisse eingehen, negative Gefühle akzeptieren und sich konstruktiv mit ihnen auseinandersetzen und ihre Gefühlsäußerungen flexibel anpassen und kontrollieren. Damit verfügen sie über die wichtigsten Fähigkeiten, die emotionale Kompetenz ausmachen.

 

Wie können Eltern die emotionale Entwicklung ihrer Kinder unterstützen? UGOTCHI Tipp

Seien Sie ihrem Kind ein Vorbild und lassen Sie Gefühle, positive wie negative, zu. So schaffen Sie ein positives Familienklima. Sprechen Sie mit ihrem Kind über Gefühle und nehmen Sie diese immer ernst: Gefühle sind nie schlecht. Angst, Wut und Traurigkeit sind Emotionen, die offen gezeigt werden dürfen. Vermeiden Sie es, Gefühle herunterzuspielen („Dir passiert doch nichts. Stelle dich nicht so an!“) und setzen Sie ihr Kind nicht unter Druck, wenn es durch seine Emotionen überfordert ist!

 

Welche Übungen helfen meinem Kind?

Es gibt eine Vielzahl voneinfachen Übungen, die jedes Kind leicht lernen kann. Sobald ein Kind gelernt hat, welche Übungen ihm in Stresssituationen helfen, werden diese Übungen automatisiert und können auch im Erwachsenenalter jederzeit abgerufen werden. Die einfachsten Übungen sind bewusste Atemübungen. Spüren Sie dabei, wie der Bauch sich beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Ihr Kind kann auch seine Hände auf den Bauch legen und so dem natürlichen Atemrhythmus folgen. Über eine ruhige Atmung kommt nicht nur der Körper, sondern auch der Geist zur Ruhe. Aber auch bewusstes Gehen (wie eine Schnecke, wie ein Tiger, wie ein Glückskind, wie ein Miesepeter, …) in Verbindung mit einem bestimmten Atemrhythmus ist eine sehr effektive Übung. Es gibt aber auch komplexere Übungen wie sie Überkreuzbewegungen darstellen, hier wird das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften gestärkt. Übungen: mit überkreuzten Händen abwechselnd das Ohr und die Nasenspitze berühren, mit der rechten Hand leicht auf den Kopf klopfen und mit der linken um den Bauchnabel kreisen.

 

Literatur

https://www.simplystrong.at/vital4heart (Zugriff am 4.6.2020).

https://www.kindererziehung.com (Zugriff am 4.6.2020).

https://www.lernförderung.de/lernen/achtsamkeit-in-der-schule (Zugriff am 4.6.2020).

 

 

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