Welches ist die gesündeste Sportart für Kinder?

Diese Frage kann eigentlich nicht beantwortet werden, denn prinzipiell ist jede Art von Bewegung gesund. Für Kinder gibt es allerdings eine Reihe von Sportarten, die ihnen entsprechend ihres Alters wirklich gut tun, aber auch Sportarten, die nicht unbedingt empfohlen werden können. Doch welche Sportarten sind für welches Alter geeignet, das fragen sich Eltern oft. Die Devise lautet: Ganzheitliches Training und ganz viel Spaß! Wenn Kinder sich regelmäßig sportlich betätigen, tun sie spielerisch etwas für ihre Gesundheit!

Welche Sportarten werden allgemein für Kinder empfohlen?

Bei jeder Sportart ist es wichtig, dass die Kinder Freude daran haben. Um einer Verkümmerung und Überbeanspruchung der Muskeln, Verletzungen und Haltungsstörungen entgegen zu wirken, sollte immer die gesamte Muskulatur trainiert werden. Regelmäßiger Sport führt allgemein zu starken Knochen, einer gesunden Körperhaltung und einem gestärkten Immunsystem.

 

Diese 6 Sportarten sind für Kinder ideal:

1. Kinderturnen (ab 3 Jahre): Die wohl beste Sportart, damit sich Kinder körperlich gut entwickeln. Hier darf der Nachwuchs klettern, springen, laufen, hangeln, balancieren und vieles mehr. Dabei wird die gesamte Muskulatur, die Grob- und Feinmotorik, Gelenkigkeit, Körperspannung, Koordination und der Gleichgewichtssinn trainiert.

2. Ballsportarten (ab 5 Jahre): Bei Ballsportarten steht neben der eigentlichen Sportart die Gemeinschaft im Vordergrund. Das fördert die soziale Kompetenz. Es werden neben der gesamten Muskulatur auch die räumliche Orientierung, die Sozialkompetenzen und das Verantwortungsbewusstsein trainiert. 

3. Kinderschwimmen (ab 4-6 Jahre): Für Wasserratten ist ein Schwimmverein natürlich ideal. Hier wird der gesamte Körper sehr gelenkschonend trainiert. Außerdem bekommen die Kinder noch mehr Sicherheit im Wasser. Schwimmabzeichen und Wettkämpfe sorgen für zusätzliche Motivation. Das Training kommt der gesamten Muskulatur, der Grob- und Feinmotorik, der Koordination, der bewussten Atmung, der Ausdauer und der Konzentration zu Gute. 

4. Kampfsportarten (ab 4 Jahre): Karate, Judo und Taekwondo zählen zu den beliebtesten Kampfsportarten. Generell ist dieser Sport für jedes Kind geeignet. Unruhige Kinder, die schnell aus der Haut fahren, lernen hier, ihre Energie auf positive Art einzusetzen. Unsichere und ängstliche Kinder gewinnen dagegen meist an Selbstbewusstsein. Und auch hier werden die gesamte Muskulatur, die Konzentration und die Körperspannung trainiert. Spielerisch werden aber auch Respekt und Höflichkeit dem Gegner gegenüber, Selbstbeherrschung sowie Selbstbewusstsein gefördert.

5. Leichtathletik (ab 8 Jahre): Wenn der Nachwuchs ein Wirbelwind ist, der sich so richtig austoben will und Lust auf Wettkämpfe hat, ist Leichtathletik genau richtig. Hier steht vor allem die Vielseitigkeit im Vordergrund. Sportwissenschaftler empfehlen Turnen als Ergänzungs- oder auch als Einstiegssport in den Jahren davor, um den Körper noch gezielter auf die Leichtathletik vorzubereiten. Es werden die gesamte Muskulatur, die Grob- und Feinmotorik und die Ausdauer trainiert sowie die Abwehrkräfte (da das Training oft draußen stattfindet) gesteigert.

6. Ballett, Kunstturnen und Rhythmische Sportgymnastik (ab 6 Jahre): Für diese Sportarten ist Spaß am Training mit Musik eine wichtige Voraussetzung. Neben dem Rhythmusgefühl wird auch die gesamte Muskulatur, Gelenkigkeit, Körperspannung, Feinmotorik sowie der Gleichgewichtssinn trainiert. Eine Schnupperstunde zahlt sich auf jeden Fall aus, um die Vielseitigkeit dieser Turnsportarten kennenzulernen.

 

Gibt es verschiedene Empfehlungen für unterschiedliche Bedürfnisse?

Da es so viele unterschiedliche Sportarten gibt, kann man für sein Kind leicht die richtige finden. Wenn ein Kind etwas tollpatschig ist, versucht man eine Sportart zu finden, bei der es gerade diejenigen Bewegungen üben kann, die ihm noch Schwierigkeiten bereiten. Hat ein Kind beispielsweise eine schlaffe Körperhaltung, wird der Kinderarzt zur Verbesserung der Haltung vielleicht zum Schwimmen raten. Wenn das Kind aber Angst im Wasser hat, ist ihm mit Turnen oder anderen Sportarten besser gedient. Für Kinder, die zu Unruhe neigen, eignet sich dagegen eher eine Kampfsportart.   

 

Und was ist schlecht für mein Kind?

Fangen Kinder zu früh mit Sport an, bei dem nur eine bestimmte Muskelgruppe trainiert wird, können Schäden am Skelett die Folgen sein. Wichtig ist deshalb, den kompletten Körper zu trainieren. Auch wenn gerade viele Buben gerne gemeinsam mit dem Papa im Fitnessstudio Gewichte heben würden – bis zur Pubertät ist davon abzuraten. Weiters sindunterschiedliche Sportarten besser als eine frühe Spezialisierung. Studien aus den USA zeigen, dass eine frühzeitige Spezialisierung (vor dem 12. Lebensjahr) in einer Sportart sogar eher schadet. Sportwissenschaftler führen dies darauf zurück, dass Kinder mehrere athletische Fähigkeiten entwickeln können, wenn sie mehrere Sportarten betreiben. Außerdem drohen bei frühzeitiger Spezialisierung mehr Verletzungen.

 

Literatur

https://www.gesundheit.de/fitness/sport-bewegung/sport-fuer-kinder (Zugriff am 14.5.2020) https://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/kind-stark-selbstbewusst/art/tipp/welche-sportarten-passen-zu-ihrem-kind.html (Zugriff am 14.5.2020)
https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/sportarten-fuer-kinder-was-sportwissenschaftler-empfehlen-a-1180133.html (Zugriff am 14.5.2020)

← zurück